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Partner Talk mit Marcus Iske

Datum:

26.01.2021

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Wie bist Du zum Arbeitsrecht gekommen?

Das Arbeitsrecht fand ich schon während meines Studiums in Münster interessant, weil es für mich irgendwie greifbarer war, als so manch anderes Rechtsgebiet. Mit Arbeitsrecht kommt jeder von uns in seinem Berufsleben auf die eine oder andere Art in Berührung und es gibt einfach unendlich viele Fragestellungen, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen betreffen. Mit anderen Worten – im Arbeitsrecht wird es nie langweilig, weil es so vielschichtig ist und sich durch eine rasant weiterentwickelnde Rechtsprechung ständig im Fluss ist. Das war dann auch der Grund, warum ich mich nach meinem Studium dazu entschied, während meiner Dissertation als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsrechtsteam von DLA in Köln zu arbeiten und dort meine Karriere als Anwalt zu starten. Vor 4,5 Jahren bin ich dann zusammen mit Marcus Kamp zu Fieldfisher nach Düsseldorf gewechselt, um hier das Arbeitsrecht mit aufzubauen, was ich – jedenfalls bis zum heutigen Tag – keine Sekunde bereut habe.

Welche Themen bewegen Dich aktuell im Arbeitsrecht?

Covid-19 ist aktuell natürlich auch im Arbeitsrecht eins der beherrschenden Themen und ich befürchte, dass es uns auch noch eine Weile begleiten wird. Konkret drehen sich momentan viele Fragen um die Einführung von mobilem Arbeiten und die damit einhergehenden rechtlichen Probleme. In dem Zusammenhang wird auch das Thema Flexibilisierung der Arbeitszeit noch mehr in den Fokus rücken und ich denke, dass wir im Laufe des Jahres leider auch noch mehr mit Restrukturierungen zu tun haben werden.

Was war Dein kuriosester oder ungewöhnlichster Fall?

Da gibt es einige Fälle, aber besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Fall einer fristlosen Kündigung. Unsere Mandantin hatte einem Mitarbeiter fristlos gekündigt, nachdem sie ein Erpresserschreiben erhalten hatte. Der Arbeitnehmer stritt eine Beteiligung vehement ab. Dumm war nur, dass zusammen mit dem Erpresserschreiben aus Versehen auch eine an den Arbeitnehmer gerichtete Rechnung in den Umschlag gerutscht war, die wahrscheinlich noch im Drucker lag als das Erpresserschreiben ausgedruckt wurde. Auf der Rechnung stand dick und fett der Name des Mitarbeiters. Vor Gericht erklärte er dann, dass seine 82-jährige Mutter den Erpresserbrief aus eigenem Antrieb erstellt und abgeschickt hätte, da er sich bei ihr mehrfach über die schlechte Behandlung durch unsere Mandantin beklagt habe. Letztendlich haben wir uns vor Gericht verglichen – eine Abfindung wurde in dem Fall allerdings nicht bezahlt.

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